Schluss von Anne Schülke
Diesen ästhetischen Prozess verstehe ich als autosoziobiografischen Prozess!
Papageien und Schwäne hat mich von 2020 bis 2026 intensiv begleitet. Zusammen mit Menschen vor Ort und mit den eingeladenen Künstler:innen habe ich den Stadtteil, in dem ich in den 1970er Jahren aufgewachsen bin, kennengelernt, seine Architekturgeschichte, seine Menschen, Pflanzen, Tiere. Wir haben Kunst gemacht, gezeigt und diskutiert. Eine Reihe von Zufällen und das Erkennen der richtigen Momente haben den Prozess bestimmt. Diesen ästhetischen Prozess verstehe ich als autosoziobiografischen Prozess.
Das Gedicht, das ich hier geschrieben und mitgenommen habe in die Vororte von Florenz, Seoul, Ankara und Marseille, richtet mich in eine Zukunft aus:
Wir sind die Verletzlichen.
Die, die über wenig Geld verfügen und die kein Erbe erwartet.
Wir hoffen nicht und wir warten nicht.
Wir blühen jetzt.
Wir gehen jetzt in die Viertel der Eigentümer.
Wir verschaffen uns jetzt Zugang zu den Zentren der Städte.
Zu den Smart Cities und den Gated Communities an ihren Rändern.
Und wir sagen:
Wir wollen diese Wohnung. Wir wollen dieses Haus.
Wir bringen euch Verletzlichkeit. Kitsch. Realität.
Wir geben die Viertel der Eigentümer auf. Die Eigentümer lernen von uns.
Denn wir sind verbunden mit den letzten Kindern und Küken und Keimlingen.
Wir lassen die Vergangenheit in der Gegenwart aufleuchten.
Wir sind überall.
Mehr:
Video From The Suburbs
Interview UNITE Ankara
Konferenzbeitrag Universität Aix/Marseille (in Planung)
Mein Dank gilt:
Detlef Klepsch, Daria Nazarenko, Tanja Koldin, Tachi, Stefan Kauertz, Oliver Gather, Katharina Maderthaner, Roman Zheleznyak, Ute Hörner, Giselle, Christian Schreckenberger, Claudia Robles-Angel, Carol Pilars de Pilar, Kamila Kurczewski, Ingo Toben, Kathryn Nix, Kolja Fröhlich, Martin Baer, Thyra Schmidt, Markus Wilkens, Taj Irzhavskaia, Naro Egheanz, Andreas Anon, Prathesan Bilal, Leonard Schmidt-Dominé, Monika Sowa, Adwoa Adjei, Neneta Tekama / friendship e.V., Annelie Braun, Jaroslaw Gerlaczka / BIWAQ-Projekt InWESTment plus, Cornelia Schillig / städtischer Senior*innentreff, Pfarrer Matthias Leithe, Kantor Martin Hanke / Ev. Kirchengemeinde Ratingen, Melanie Kerscher / Ev. Kita Berliner Straße, Karin Hanke / MLK-Gesamtschule, Pfarrer Kern, Rosi Herrmann / Katholische Kirchengemeinde Ratingen-West, Michaela Peter, Gebhard Netik, Ilias Papadopoulos / Diakonie Ratingen, Sabine Krebs / Stadtteilbüro Ratingen-West, Erik Kleine-Vennekate, Heiko Knappstein, Sebastian Barteleit / Stadtarchiv Ratingen, Anne Rodler, Wiebke Siever / Museum Ratingen, Jörg Althen / VHS Ratingen, Tim Heyer / Jugendclub West.